ANOMALIEN

Forensische Auffälligkeiten in Protokollen, Aktenführung und Verfahrensdokumentation

01

Strafsache im Verwaltungslabel: Strafverfahren unter „TRIB. Segreteria Generale T.I.“

Im Terminverzeichnis erscheint das Verfahren DIB N2025/000197 zwar als arr./Giud.dirett. — also als arresto / giudizio direttissimo. Zugleich fehlen im sichtbaren Eintrag aber wesentliche Register- und Termindaten: keine PM-/RGNR-Nummer, kein Datum, keine Uhrzeit. Hinzu kommt, dass das Verfahren im Feld „Sezione“ nicht als Sezione Penale ausgewiesen wird, sondern als TRIB. Segreteria Generale T.I.. Die Segreteria Generale ist ihrer Funktion nach keine Strafsektion, sondern eine allgemeine Verwaltungs- und Koordinierungsstelle des Gerichts. Damit stimmt die Registerdarstellung nicht mit der materiellen Verfahrenslage überein: Ein Strafverfahren aus Festnahme und giudizio direttissimo wird nicht als Strafverfahren der Sezione Penale angezeigt. 

02

Entziehung der Verteidigungsschriftsätze aus der Verfahrensakte und dem kontradiktorischen Verfahren

Im Anschluss an die Anforderung der vollständigen Übersendung der Verfahrensakte R.G.T. 197/25 wurde festgestellt, dass die Verteidigungsschriftsätze der Angeklagten lediglich bis zum 01.10.2025 in der Akte erfasst sind. Die anschließend per PEC übermittelten Schriftsätze erscheinen hingegen nicht im Hauptverhandlungsakt und wurden somit dem Verfahrensbestand sowie dem kontradiktorischen Verfahren entzogen.

03

Abweichung zwischen den angegebenen und den tatsächlich festgestellten Zeichenzahlen in den Transkriptionen der Tonaufzeichnungen

In den Protokollen über die Tonaufzeichnungen und deren anschließende Transkription wurden erhebliche Diskrepanzen zwischen der von der Firma Ricina angegebenen Zeichenanzahl und der tatsächlich durch vollständige Textextraktion mittels Word/ABBYY ermittelten Zeichenanzahl festgestellt.

Selbst wenn bei der Zählung der gesamte sichtbare Text des Protokolls berücksichtigt wird – einschließlich Rubrum, Überschriften, Fußzeilen und nicht nur der tatsächlich in der Verhandlung gesprochenen Passagen – bleibt die ermittelte Zeichenanzahl deutlich unter den von der Firma Ricina angegebenen Werten.

Udienza
12.06.2025 4.960 4.020 940 ca. 18,95 %
19.06.2025 3248 2470 778 23,95%
23.09.2025
06.11.2025 52176 47452 4,724 9,05%
05.02.2026 32172 29886 2286 7,11%
  • Hinweis

    Hinweis: Für die Verhandlung vom 23.09.2025 ist derzeit keine Überprüfung möglich, da das entsprechende Transkriptionsprotokoll der Angeklagten trotz ausdrücklicher Anforderung beim Verteidiger und bei der Geschäftsstelle bislang nicht zur Verfügung gestellt wurde.

03

Abweichung zwischen den angegebenen und den tatsächlich festgestellten Zeichenzahlen in den Transkriptionen der Tonaufzeichnungen

In den Protokollen über die Tonaufzeichnungen und deren anschließende Transkription wurden erhebliche Diskrepanzen zwischen der von der Firma Ricina angegebenen Zeichenanzahl und der tatsächlich durch vollständige Textextraktion mittels Word/ABBYY ermittelten Zeichenanzahl festgestellt.

Selbst wenn bei der Zählung der gesamte sichtbare Text des Protokolls berücksichtigt wird – einschließlich Rubrum, Überschriften, Fußzeilen und nicht nur der tatsächlich in der Verhandlung gesprochenen Passagen – bleibt die ermittelte Zeichenanzahl deutlich unter den von der Firma Ricina angegebenen Werten.

Udienza
12.06.2025 4.960 4.020 940 ca. 18,95 %
19.06.2025 3248 2470 778 23,95%
23.09.2025
06.11.2025 52176 47452 4,724 9,05%
05.02.2026 32172 29886 2286 7,11%
  • Hinweis

    Hinweis: Für die Verhandlung vom 23.09.2025 ist derzeit keine Überprüfung möglich, da das entsprechende Transkriptionsprotokoll der Angeklagten trotz ausdrücklicher Anforderung beim Verteidiger und bei der Geschäftsstelle bislang nicht zur Verfügung gestellt wurde.

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Rilevate significative discordanze nei verbali di fonoregistrazione e successiva trascrizione tra il computo dei caratteri dichiarato dalla ditta Ricina e il conteggio effettivamente risultante dall’estrazione integrale del testo tramite Word/ABBYY.

Anche includendo nel conteggio l’intero testo visibile del verbale — comprensivo di rubrum, intestazioni, piè di pagina e non soltanto delle parti effettivamente pronunciate in udienza — il numero dei caratteri risultante resta significativamente inferiore rispetto a quello dichiarato dalla ditta Ricina.

1. Discrepanza tra caratteri dichiarati e caratteri rilevati nelle trascrizioni delle fonoregistrazioni

2. Sottrazione degli atti difensivi al fascicolo e al contraddittorio processuale

A seguito della richiesta di trasmissione integrale del fascicolo processuale R.G.T. 197/25, è stato riscontrato che gli atti difensivi dell'imputata risultano acquisiti soltanto fino al 01.10.2025, mentre gli atti successivamente trasmessi via PEC non risultano inseriti nel fascicolo dibattimentale.